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google wave: erste erfahrung

google wave: erste erfahrung: google-wave

Seit einiger Zeit habe ich nun einen eigenen Account bei google wave. Nachdem ich das sehr ausführliche Video von der Präsentation gesehen hatte, war ich sehr neugierig darauf, es einmal zu testen. Ich muß zugeben, eine gewisse Ernüchterung ist mittlerweile eingetreten. Ich sehe im Moment nicht viel mehr, als eine Mischung aus Chat und Diskussionsforum. Das aufgepeppt mit ein paar Features, die das ganze bereichern könn(t)en.

Das größte Problem, dass ich mit der Anwendung habe, ist, dass es sehr schnell unübersichtlich wird. Selbst die paar angefertigten Testeinträge waren bald nicht mehr vernünftig strukturiert. Zudem kann man nicht mehr nachvollziehen, wer etwas geschrieben hat. Im einem Chat oder in einem Forum ist das meist sehr einfach: Es wird eine neue Zeile hinzugefügt und der Name des Autors steht davor. Bei google wave kann man dies zwar im Moment des Schreibens live an einem anderen PC sehr gut mitverfolgen. Aber sobald der Beitrag gespeichert wurde, kann man den eigentlichen Autor nicht mehr erkennen. Außer man bemüht die Zeitleiste und schaut sich die Entstehung des Dokuments noch einmal an. Aber dies ist bei vielen kleinen Änderungen aufwendig und nicht zielführend.

Ein weiterer Punkt, der das Arbeiten erschwert, ist das fehlende Rechtemanagement. Ich kann zwar Personen zu einer Wave einladen, aber dann haben diese auch die gleichen Rechte wie der Initiator der Wave. Das mag bei der Kommunikation mit ein oder zwei Personen noch gut gehen, aber danach wird es kritisch.

Von einer Sache bin ich dann, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, eher enttäuscht. Die Stärke von google ist die Einfachheit. Sei es E-Mail, Picasa, Youtube oder die Suche: Die Einstiegshürde ist sehr gering. Google wave hingegen setzt bei der Erweiterung des System, eine der viel gepriesen Möglichkeiten, teilweise sehr hohe Hürden. Wieso muß man z.B. einen weitere Gesprächspartner mit einladen, nur damit Smiley nicht als Text sondern als Grafik erscheinen. Ich finde es befremdlich, dass weitere “Personen” in einer Wave mit anwesend sein müssen, nur um ein paar zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Außerdem verliert man schnell den Überblick, was “Madoqua” macht oder “Polly” usw. Und wie erklär ich meiner Frau, was “Eliza” in meinem Adressbuch zu suchen hat.

Eventuell liegt es noch an der frühen Betaversion von wave. Aber auch die Gadgets sind nicht immer selbsterklärend und nicht alle funktionieren so, wie ich es mir vorgestellt habe nach dem Lesen der Erklärungen. Viele habe ich auch einfach nicht zum Laufen bekommen. Das sie jedoch einsetzbar sind, kann man an den Kommentaren auf verschiedenen Webseiten lesen. Aber selbst nach vielem lesen, ausprobieren und neu machen, gelang es mir bei einigen Erweiterungen nicht, die Nutzung an sich zu testen. So habe ich mitterlweile wieder viele Erweiterungen aus meinem System geworfen, sofern dies mir möglich war.

Im Moment weiß ich nicht, wann und wo ich google wave einsetzen werde. OK, so ist das mit Erfindungen, es konnten sich zu jender Zeit vor vielen Jahren auch nicht alle vorstellen, dass man einmal mehr als eine Handvoll Computer benötigen würde. Trotzdem gehe ich davon aus, dass google wave noch eine ganze Weile den Betastatus besitzen wird. Und im Moment kann ich mir auch nicht vorstellen, dass google wave, so wie es sich jetzt präsentiert, eines Tages als unverzichtbares Werkzeug in Unternehmen seinen Platz finden wird. Zumindest werden die Informationofficer und die Administratoren ihre liebe Not damit haben.

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