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Schlagwort: IBM

Design Thinking zeigt Erfolge bei IBM Produkten

Auf Crisp Research stehen meine Eindrücke von der IBM Connect Konferenz in Orlando Anfang Februar 2016. Design Thinking wird immer mehr ein Teil bei der Entwicklung von Produkten innerhalb der IBM.

Design Thinking zeigt Wirkung

„Neben diesen eher destruktiven Veränderungen hat die IBM einen neuen Weg eingeschlagen, den auch andere große Konzerne vor Jahren genutzt haben: IBM hat die Art und Weise wie man Probleme angeht und wie man als gesamtes Unternehmen Innovativer wird verändert. „Design Thinking“ ist die erfolgsversprechende und etablierte Methode, um bessere Prozesse für die Entwicklung neuer Ideen und Produkte zu entwickeln. Diese neue Denkweise versucht man bei der IBM seit geraumer Zeit ganz tief in die DNA des Unternehmens zu verankern.

Nachdem viele am Anfang der „Design Thinking“ Initiative der IBM geglaubt haben, dass es sich nur um einen Marketing-Gag handelt, zeigen sich nun die ersten greifbaren und verwertbaren Ergebnisse. Den neuen Produktankündigungen der IBM auf ihrer diesjährigen Konferenz Anfang Februar in Orlando sieht man von allen Seiten an, dass die IBM sich gewandelt hat.“

Neue Homepage von IBM Connections - Design Thinking wird sichtbar

Neue Homepage von IBM Connections – Design Thinking wird sichtbar

Konferenz in Kurzform:

  • Notes ist nicht Tod!
    • Wird aber auch nicht wirklich weiterentwickelt (nur noch Updates und Anpassungen, die auch den Domino-Server betreffen)
      • Macht aber nix!
    • Dafür gibt es jetzt Konnektoren für die letzten drei Versionen von Outlook!
    • und ein lauffähiges IBM Vers
  • Dazu eine neue Plattformstrategie:
    • Für den Anwender gibt es jetzt alles integriert unter eine Oberfläche!
    • Admins haben dort eine komplexere Ansammlung von Applikationen!
    • Connections und Verse und Kalender und viele andere Anwendungen, z.B. von Business Partnern, werden zusammengefaßt unter einer Oberfläche
    • Watson macht immer mehr im Hintergrund mit.
  • XPages und Bluemix sollten sich alle Entwickler anschauen.
    • Da gab es tolle Beispiele auf der Konferenz
    • Bluemix in Kurzform: Tools ohne ende, Anwendung in der Cloud, Daten lokal oder in der Cloud  und Watson hilft wo er kann!
  • Wer Produkte entwickelt, sollte sich mit Design Thinking auseinandersetzen.
    • Nicht nur der IBM zu liebe, sondern aus ganze eigenem Interesse.
  • Das wichtigste zum Schluß
    • Das neue Hotel ist von außen häßlich
      • von innen aber OK
      • bis auf die Teppiche – so was von Geschmacklos!
      • dafür hat man unendlich lange Laufwege
    • Essen war sehr gut.
    • Die Party am ersten Abend auch
    • Im Harry Potter Land zeigen die Amis, dass sie tolle Kulissen bauen können
      • Und in Hogwarts habe ich wieder festgestellt, dass ich nicht Achterbahntauglich bin – noch nicht einmal im Ansatz.
      • Zweimal Achterbahn und abschließnd amerikanische Busfahrt geht gar nicht!
      • Aber der Flug durch das Schloss war schon irre!
    • Die Brezel Cookies gab es auch wieder
    • Analysten haben sie bereits am Vortag erhalten, weil
      • a) die meisten Analysten bereits wieder abgereist sind und so noch in den Genuss gekommen sind
      • b) IBM testen wollte, ob Analysten tatsächlich die Klappe halten können, wenn man ihnen ein Geheimnis anvertraut (die Cookies waren der Abschluss-Gag am letzten Konferenztag)
    • Die Poolanalge hat eine Art Safaribecken: Man setzt sich auf einen Schwimmreifen und wird dann durch die Anlage getrieben. Mag ich.

Endpunkt für Förderierte – IBM Verse angetestet.

Ob IBM Verse meint, dass ich zur Handelsförderation gehöre, sprich zu den Bösen und ich daher nicht weiterkommen darf.

endpunkt für fördertierte

Bin aber trotzdem rein gekommen und habe Verse angetestet. Muss mich leider in den Chor der Enttäuschten einreihen. Wer sich in eine neue Arena wagt, muss liefern. Und zwar was richtig Gutes. Mit Verse wagt sich IBM zum ersten Mal in den gut etablierten Markt der Public E-Mail Provider und …

Verse ist wie ein Weitspringer mit einem überlangen Anlauf: Vor über eineinhalb Jahren gab es die ersten Infos zu Verse, dann hörte man wieder aufmunternde Worte des Durchhaltens und der großen Erwartung. Alles wird besser und man wird noch weit vor der Konkurrenz landen

Der Absprung kam näher und näher, die Spannung stieg und die letzten Anfeuerungsrufe ertönten (die aber kaum noch gehört wurden) und Verse sprang ab. Und dann, dann, dann – ach herje. Die Schuhe fehlen, der Sand ist weg und der Absprungbalken wurde um viele Meter verfehlt.

Trotzdem versucht Verse zu springen. Doch der große, schwere Rucksack mit Old-Thinking-IBM ist einfach zu schwer um abzuheben.

Meine Vorschläge:

  • Wenn es Beta-Qualität hat, dann nennt es auch eine öffentliche Beta. Ist nicht schlimm, machen andere auch.
  • Wenn IBM ernsthaft weiter Front-End-Software machen möchte, löst das Team aus dem schwerfälligen Tanker IBM raus und macht ein cooles, schnelles, frei von den Zwängen des Mutterschiffs bewegliches Sportboot.
  • Schaut auf dem Markt nach, was Mitbewerber bereits können. Um beim Sport zu bleiben: Ein Zehnkämpfer, der nur 4 von 10 Disziplinen kann, sollte nicht am Wettkampf teilnehmen.
  • Design Thinking ist cool, ist super, macht Spaß und die Ergebnisse sind besser, wenn man es durchzieht. (Klick auf Kalender 🙁  )

Hinter all den genannten Punkte stehen konkrete Hürden, Erfahrungen und Frustrationen. Schade, da ich eigentlich gehofft hatte, dass sich was ändert. Es passiert schon was, aber es reicht nicht.

Tipp: Fangt doch mal bei schöneren URLs an:

verse - url

 

 

 

IBM und SAP liefern sich Kopf an Kopf Rennen!

Bei IBM Verse weiß ich nicht, wie lange dieser Zustand schon anhält. Laut vowes Screenshot seit 2 Tagen. Sollte bis morgen zur Cebit ja wieder lauffähig sein. Ich wollte mir Verse da mal gerne fernab von Hochglanzfolien einmal ansehen.

Bei SAP schon einige Tage länger. Ein Success Factor ist sicherlich, dass der beworbene Blog läuft. mmmh.

 

fehler

Beiträge zur IBM ConnectED 2015 in Orlando

Wie in den vergangenen Jahren (2014) auch schon, sammle ich wieder Blogbeiträge. Vor allem die deutschen, aber auch internationale Blogs werde ich hier auflisten. Wer Links mit entsprechenden Artikeln findet, kann sie mir gerne zukommen lassen.

IBMs Seite dazu: ConnectED2015

1. Jörg Allmann, holistic-net (Artikel zur IBM ConnectED2015)

2. Volker Weber, vowe

3. Ed Brill

4. Florian Grössl, pitagora

5. Stephan Kopp

6. Peter Schütt, IBM

7. Daniel Davis

8.

Update: Alle Mann von Bord: Die Titanic hat es nicht gerettet, IBM wird es auch nicht retten!

IBM hat, so die Meldungen in den vergangenen Tagen, ihr Geschäft mächtig gegen die Wand gefahren. Ein Umsatzrückgang von 12% und ein Gewinneinbruch von 11,3% wurden vermeldet. Obwohl bereits in den vergangenen Jahren viele Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben/mussten, kommt nun eine noch größere Entlassungswelle auf die Mitarbeiter zugerollt.

Verschiedene amerikanische Medien melden an diesem Wochenende, dass in den nächsten Tagen ein Viertel der IBM Mitarbeiter einen Anruf erhalten werden und das Unternehmen verlassen müssen.

To fix its business problems and speed up its “transformation,” next week about 26 percent of IBM’s employees will be getting phone calls from their managers. (Forbes)

Update:

Laut IBM ist die Meldung falsch und unstimmig. Es werden jedoch weiterhin Jobs abgebaut und die Umstrukturierung weiter vorangetrieben. Aber es seien deutlich weniger als die gemeldeten Kündigungen, es sollen nur einige tausend sein. (Anmerkung: Man darf gespannt sein, wie sich das Jahr entwickelt)

Im vergangenen Sommer habe ich ein Bild von einem großen Tanker gezeichnet („Der Spagat zwischen erneuern und bewahren„). Dazu malte ich ein paar mögliche Namensschilder daneben. Wir scherzten noch ein wenig darüber und natürlich habe ich sofort aus IBM Kreisen zu hören bekommen, dass Titanic als Alternative da nicht hingehört.

Rummmmmms!!!!

Nun ist der Kahn aufgelaufen und das Management handelt genauso: Man hofft zu retten was zu retten ist und schmeißt einen Teil der Besatzung von Bord. Sinnbildlich dazu: Die Passagiere – sprich die Kunden – werden ebenso das Schiff verlassen. Ob freiwillig oder aus purer Not.

IBM Tanker

Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen und Monaten die Hoffnung, dass sich etwas verändert. Denn in den einschlägigen Kreisen bei Partnern, Kunden und auf Konferenzen wurde schon lange ein düsteres Bild gezeichnet. Sprach man kritisches im Kreise der IBMer an, wurde alles verneint, verschoben, vertagt und ein schöne Welt vorgegaukelt: Seht, wie gut die IBM doch da steht mit seinen Produkten – Top Leader – egal wo! Die Realität sieht – leider – schon lange anders aus.

Die große Lücke zwischen Versprechungen und Realität

Ein immer wieder aufkommender Punkt ist, dass die Anforderungen und Wünsche von Kunden nicht gehört wurden. Wichtige Features fehlen dauerhaft, einfachste Funktionen werden als Highlight verkauft („jetzt kann Connections auch @Name“) und die Usability ist – bis auf das neue IBM Verse – weit hinter den aktuellen Standards und Möglichkeiten zurück. Aber auch beim Backend bleiben die Produkte mittlerweile weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Dafür fristen gute Entwicklungen ein Schattendasein, denn in jedem Quartal muss eine neue Sau durchs Dorf gejagt werden.

IBM has a sales culture. This reorganization was designed with a sales mindset. IBM has decided what it wants to sell. It assumes its customers will want to buy it. It completely ignores the fact there are other factors involved in running a successful company. (betanews)

Als Außenstehender hatte man immer wieder den Eindruck, dass die interne Kommunikation bei der IBM fehlerhaft bis nicht mehr vorhanden war. Wer persönliche Kontakte in die Organisation hat, am Besten nach Amerika, ist deutlich im Vorteil.

Das ausgesendete Signal an Kunden und Partner kann nicht katastrophaler sein: Wir haben es nicht geschafft euch den Service und die Produkte zu bieten, die ihr benötigt. Daher verringern wir unser Angebot bei Service und Entwicklung noch mehr. War die Stimmung bisher schon sehr schlecht, so wird IBM in den kommenden Jahren viel tun müssen, um nicht in der kompletten Bedeutungslosigkeit zu landen.

Lichtblick Orlando? Vielleicht?

Heute beginnt in Orlando die jährliche ehemalige Lotusphere und jetzige EdConnected. Es wird die letzte ihre Art sein. Soviel ist sicher. Man kann gespannt sein, was IBM aus dem Hut zaubern wird. An der mächtigen Schlagseite des Mutterschiffes wird das nicht viel ändern, denn die Truppe (ICS) in Orlando ist nicht viel größer wie eine Handvoll Beiboote auf der Titanic. Wichtige Signale werden trotzdem von dort gesendet werden:

  • Vielleicht erkennt man den wirklichen Willen, dass die große Transformation, die echte Erneuerung eingeläutet werden muss? Change the mindset not the employees!
  • Vielleicht sieht man echte innovative Ankündigungen, die auch bald auf dem Markt verfügbar sein werden – sprich spätestens Ende Q1/Anfang Q2? Und zwar im Jahr 2015!
  • Vielleicht richten sich Vertrieb und Entwicklung endlich nach dem aus, was die vielen sehr guten IBM Vordenker auf Kundenveranstaltungen und Kongressen erzählen? Die Lücke zwischen dem Gesagten und dem Realen ist viel zu groß.
  • Vielleicht erfahren auch nicht so große Kunden, dass sie Gehör finden für ihre Anliegen?
  • Vielleicht bekommen die vielen Business Partner eine Perspektive aufgezeigt?
  • Vielleicht bemerkt man auch, dass der große Mitbewerber Microsoft schon lange an der Transformation arbeitet und heute wieder sehr gut da steht?
  • Vielleicht bemerkt man auch, dass die Cloud die Chance für viele kleine, coole Unternehmen ist, Services wie die Großen anzubieten? Und die IBM entsprechend reagieren kann!
  • Vielleicht kommt auch dieses unsägliche Quartalsdenken und das erzielen kurzfristiger Erfolge in die Mottenkammer?
  • Vielleicht kann man auch spüren, dass so ein großes und renommiertes Unternehmen wie die IBM motiviertes Personal – denen man vertraut – in einer modernen Organisation mit innovativen Produkten braucht? Patentweltmeister zu sein hilft nicht viel, wenn man diese Patente nicht auf die Strasse bekommt!
  • Vielleicht erkennt, lebt und handelt das Management danach und wird so seiner Verantwortung gerecht?

Sehr viele große und kleine Kunden, Partner und auch die dann noch verbliebenen Mitarbeiter können nur hoffen, dass der Schaden am Rumpf nicht so groß ist wie er im Moment erscheint. Es wird sehr viele gute Ideen, Veränderungen und vor allem ein Übermaß an vertrauensbildenden Maßnahmen geben müssen, damit alle, die mit und von den IBM Produkten leben, eine Perspektive für die Zukunft haben.

Update: Anmerkung

Unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen sollen, steht die IBM vor einem massiven Umbruch. Die Positionierung der (Social-)Produkte muss neu vorgenommen werden, in vielen Bereichen muss zum Wettbewerb – teils massiv – aufgeschlossen werden und die unter „Vielleicht …“ genannten Punkte angegangen werden.

 

 

IBM bricht bei Umsatz und Gewinn ein!

Die Entwicklung war schon lange abzusehen. Ich kann nur für einen sehr kleinen Bereich des IBM Portfolios, den Collaboration Produkten sprechen. Da waren Anzeichen für die massive Schieflage schon lange zu spüren. Aber es wurde immer alles – teils sehr von einem sehr hohen Ross herab – als die ultimative Erfolgsgeschichte verkauft. Offenheit gefordert und selber die Augen und Ohren verschließen.

Es wird Zeit, dass sich ganz dramatisch was ändert. Umsetzung und Realisierung, Kommunikation und Auftreten, etc. IBM hat so viele beeindruckende Vordenker, oftmals ein Quell an Inspiration, auch die vorgestellten Produkte haben immer etwas besonderes. Und dann sieht man den Schuster und seine eigenen Schuhe.

IBM muss moderner und frischer werden, dazu Ehrlicher im Umgang! Die gepredigte Transformation selber leben. Entscheidungswege verändern, verkürzen. Neue Ideen zulassen, neue Wege gehen und nicht krampfhaft an alten nicht mehr bewährten Mustern festhalten.

 

 

Die E-Mail wurde aus ihrem Dämmerzustand befreit

Nach IBM und Google investiert auch Microsoft sehr viel Geld in das Thema E-Mail. Ein altes Kampffeld wird wieder neu bestellt und die Protagonisten rüsten auf.

Kein anderes Werkzeug wird im privaten wie im beruflichen Umfeld so häufig eingesetzt wie die E-Mail. Morgens, entweder kurz vor oder kurz nach dem ersten Kaffee wird auf einem der vielfach vorhandenen Internet-fähigen Devices jeglicher Größe und Art der E-Mail Client aufgemacht und nachgesehen, ob irgendetwas Neues – vielleicht sogar was elementar Wichtiges – in der Inbox liegt. Über Nacht sind neue E-Mails in der Regel nichts ungewöhnliches, ob diese wichtig und relevant sind und man sich daher vor alle anderen Dingen damit beschäftigen muss, lassen wir mal an dieser Stelle offen. Aber auch tagsüber werden ständig Geräte gesucht, die einen Einblick in die Inbox gewähren. Das hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass große deutsche Unternehmen abends den Zugang zur Inbox verweigern.

Hoffnung hatten all diejenigen, die daran geglaubt haben, dass die Einführung von Social Networks unser Leben nachhaltig verändern werden. Das hat es in vielen Fällen auch. Gerade Jugendliche nutzen andere Kommunikationstools, um sich auszutauschen. Auch haben einige Unternehmen viel Geld investiert, um sich von der einseitigen Kommunikationsplattform E-Mail zu lösen. Aber in den meisten Fällen ist nur ein weiterer Zeitfresser dazugekommen. Morgens geht man nicht mehr nur schnell noch die Inbox durch, sondern wechselt auch noch zu den anderen Apps, um die Streams der verschiedenen Dienste aufzusaugen.

Haben die neuen „Social“-Technologien ihre Versprechen nicht eingehalten, oder waren es die Unternehmen und Anwender, die sich dem Wechsel zu neuen Kommunikationsformen und –Technologien verwehrt haben. IBM, Google und Microsoft haben sehr viel Geld in die Entwicklung und/oder den Kauf von IBM Connections, Google Plus und Microsoft Yammer und Sharepoint gesteckt. Dazu liefen die Marketingmaschinerien auf Hochtouren, um die Unternehmen davon zu überzeugen in die neuen Plattformen zu investieren. Aber anscheinend haben alle Hersteller und Auguren(?) sich geirrt: Die E-Mail bleibt die wichtigste Kommunikationsplattform, gefolgt von der bunten Vielfalt andere Systeme und Konzepte.

Ohne die E-Mail geht es nicht – aber nicht so wie bisher!

Keiner der großen Hersteller hat in den letzten Jahren viel Geld in die Weiterentwicklung ihrer E-Mail Anwendungen gesteckt. IBM Notes sieht altbacken aus wie eh und je. Outlook hat sich an das Office Layout angepasst, das war es. Der freie E-Mail Client Thunderbird sieht nach wie vor aus, wie aus dem letzten Jahrhundert und auch Google hat erstaunlicherweise wenig an Google Mail in den letzten Jahren verändert. Vielleicht hatten sie nach Google Wave und Google Plus –  das erste Tool ist komplett verschwunden, das zweite dümpelt mehr schlecht als recht dahin – einfach nicht mehr den Mut an einem erfolgreichen Produkt etwas Tiefgreifendes zu verändern.

Ausgerechnet IBM hat mit seiner Vorstellung von „Verse“ nun die größte Lawine an Neuerungen losgetreten. Dachte man sehr lange, dass bei der IBM das Thema E-Mail bzw.  Notes und Domino irgendwann endgültig durch sein muss, präsentiert IBM  einen komplett neu entwickelten E-Mail Client. Auf der Basis der im eigenen Haus vorhandenen Werkzeuge wie Domino und Analytics sowie einem riesigen Schritt, ach was Sprung, beim Thema Benutzerschnittstelle (IBM stellt Verse vor), haben die IBM eigenen Entwickler ein vollständig neues Konzept für den Umgang mit E-Mails vorgestellt.

clip_image004_thumb.jpgWar bisher die Inbox bei den E-Mail Clients aller Hersteller im Mittelpunkt, geht IBM mit Verse einen neuen Weg. Es steht nicht mehr die einzelne E-Mail im Mittelpunkt, sondern diese wird im Kontext der Person und der Inhalte analysiert und dem Anwender präsentiert. 100 Millionen hat IBM nach eigenen Angaben in die Neuentwicklung investiert. IBM wird jedoch im kommenden Jahr viel Aufwand betreiben müssen, um ihren Anwendern und den Verantwortlichen in den Unternehmen die neue Strategie und die dazugehörigen Produkte schmackhaft zu machen.

clip_image002.pngBei Google hörte man nun bereits eine ganze Weile immer wieder, dass auch sie ihren E-Mail Client erweitern werden. Nun sind die Einladungen der neuen Anwendung unterwegs und Google Mail-Anwender können die neue E-Mail Experience testen. Auch Google versucht ebenso wie IBM dem Anwender zu helfen und diesen vor dem Ertrinken in der Informationsflut zu unterstützen. Dabei greifen auch sie in das vorhandene Entwicklerregal und nutzen ihre bisherigen Entwicklungen und Erfahrungen von Google Mail und Google Now. Vor allem die mobilen Anwender sollen von den neuen Funktionen profitieren, indem die eingehenden Nachrichten vorsortiert, gefiltert und gruppiert werden. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass die Umstellung nicht ohne Komplikationen bei den Anwendern von statten geht.

Nun greift also auch Microsoft wieder aktiv ins Geschehen ein. Für angeblich 200 Millionen US$ kaufen sie sich moderne Technologie ein. Es ist verwunderlich, dass Microsoft so viel Geld in ein Unternehmen (Acompli) investiert, das eine E-Mail App für zwei mobile Betriebssysteme entwickelt hat. Steht Microsoft hier im Zugzwang durch die beiden Mitbewerber und spart sich so die Zeit für eine Neuentwicklung? Oder fehlt einfach das Know-how, um das Konzept von E-Mail zu modernisieren und auf die Straße zu bringen.

clip_image006_thumb.jpgEbenso wie bei IBM und bei Google setzt Microsoft auf den mobilen E-Mail Anwender. Das Angebot von Acompli passt zu Microsoft, da der E-Mail Client den Fokus auf E-Mails und Termine sowie auf Dateien legt. Inwieweit die Acompli Apps ein entsprechendes analytisches Backend einsetzen – so wie es die Produkte von IBM und Google beinhalten – ist schwer einzuschätzen. Allerdings sind die Zugriffe auf die gespeicherten Informationen innerhalb der App sehr schnell. Man darf gespannt sein, wie und in welcher Form Microsoft die Neuakquisition in das Portfolio aufnimmt. Bleibt es ein selbstständiges Produkt, bildet es die Grundlage für die Entwicklung auch auf den Microsoft eigenen Betriebssystemplattformen oder werden Teile davon herausgenommen und in andere Produkte integriert.

Der nächste Schritt: Social Collaboration und E-Mail zusammenführen

Die Erkenntnisse der aktuellen Entwicklungen und die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen es: Ohne die E-Mail geht es nicht! Aber auch ohne die Social Collaboration Plattformen geht es nicht mehr in den Unternehmen. Die Aufgaben und die Vorteile können nicht von dem jeweils anderen Tool ersetzt werden. Aber die beiden Welten können sich hervorragend ergänzen. Es wird die Kunst der Hersteller sein, in der nächsten Version ihrer jeweiligen Produkte die Grenzen zwischen den Systemen immer weiter verschwinden zu lassen. Im Moment müssen Anwender noch viel zu viel darüber nachdenken, welche Information sie wie und mit welchem Werkzeug übermitteln. Erst wenn die Trennung aufgehoben ist, der Zugriff tatsächlich im gleichen (Funktions-) Umfang auf verschiedenen Geräten möglich ist und analytische Verfahren tatsächlichen einen Mehrwert bringen, dann erhält der Anwender die notwendige Unterstützung beim Kampf mit der täglichen Informationsüberflutung.

Man darf sehr gespannt sein, wie die neuen Entwicklungen und Angebote der drei großen E-Mail Anbieter von den Anwendern und den Unternehmen angenommen werden. Veränderungen sind in einem Bereich, den Anwender jeden Tag aufsuchen und sie es sich dort passend eingerichtet haben, häufig nicht besonders gern gesehen. Obwohl es so dringend notwendig ist. Die neuen Anwendungen zeigen, dass es auch bei der E-Mail noch Innovationspotential gibt und die Hersteller dort auch weiterhin investieren müssen.

Unterschiedliche Ansätze, aber ein Ziel: Die E-Mail wieder in den Vordergrund rücken

Microsoft hat es sich vergleichsweise leicht gemacht und Technologie einfach wieder hinzugekauft. IBM ist diesmal einen anderen Weg gegangen und hat diesen Neuanfang selbst entwickelt. Google entwickelt auch selber, geht aber nicht einen so großen Schritt wie IBM. Alle drei Firmen haben in eine Commodity Anwendung vergleichsweise viel Geld investiert. Geht man davon aus, dass der E-Mail Markt gesättigt ist, kann man davon ausgehen, dass keiner der drei Hersteller dieses Feld den anderen Mitbewerbern kampflos überlassen wird.

Wer den Zugang  über die E-Mail an die Anwender verliert, verliert diesen bereits morgens für den restlichen Tag und die anderen Anwendungen.

Arbeiten mit IBM – meteorologisch einfach erklärt!

Sonnenmännchen
Die regelmäßige Zusammenarbeit mit IBM ist wie das tägliche Wetter:

Man steht morgens auf, schaut raus und freut sich auf den Tag.

Aber mindestens einmal am Tag ist es zu heiß, zu kalt, zu regnerisch oder zu trocken. Egal wie, es passt nicht und man ärgert sich.

So wie bei der Arbeit mit der IBM und/oder ihren Produkten.

Lernt man aber irgendwie mit zu leben. Man denkt sich nur, es könnte doch so viel besser sein.

Und meist ist es irgendwo anders auch besser – in dem Moment!

 

Mit dem Klima und IBM ist das ebenso. Langfristig zurückgeschaut oder in die nahe Zukunft geblickt ist das ja alles recht stabil und verlässlich.

 

regenmännchenLeider ist das mit dem Klimawandel und IBM leider auch sehr ähnlich: Es wird irgendwie anders und keiner weiß so richtig was sich verändern wird.

 

–  Wird es besser?

–  Wird es schlechter?