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Die E-Mail wurde aus ihrem Dämmerzustand befreit

Nach IBM und Google investiert auch Microsoft sehr viel Geld in das Thema E-Mail. Ein altes Kampffeld wird wieder neu bestellt und die Protagonisten rüsten auf.

Kein anderes Werkzeug wird im privaten wie im beruflichen Umfeld so häufig eingesetzt wie die E-Mail. Morgens, entweder kurz vor oder kurz nach dem ersten Kaffee wird auf einem der vielfach vorhandenen Internet-fähigen Devices jeglicher Größe und Art der E-Mail Client aufgemacht und nachgesehen, ob irgendetwas Neues – vielleicht sogar was elementar Wichtiges – in der Inbox liegt. Über Nacht sind neue E-Mails in der Regel nichts ungewöhnliches, ob diese wichtig und relevant sind und man sich daher vor alle anderen Dingen damit beschäftigen muss, lassen wir mal an dieser Stelle offen. Aber auch tagsüber werden ständig Geräte gesucht, die einen Einblick in die Inbox gewähren. Das hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass große deutsche Unternehmen abends den Zugang zur Inbox verweigern.

Hoffnung hatten all diejenigen, die daran geglaubt haben, dass die Einführung von Social Networks unser Leben nachhaltig verändern werden. Das hat es in vielen Fällen auch. Gerade Jugendliche nutzen andere Kommunikationstools, um sich auszutauschen. Auch haben einige Unternehmen viel Geld investiert, um sich von der einseitigen Kommunikationsplattform E-Mail zu lösen. Aber in den meisten Fällen ist nur ein weiterer Zeitfresser dazugekommen. Morgens geht man nicht mehr nur schnell noch die Inbox durch, sondern wechselt auch noch zu den anderen Apps, um die Streams der verschiedenen Dienste aufzusaugen.

Haben die neuen „Social“-Technologien ihre Versprechen nicht eingehalten, oder waren es die Unternehmen und Anwender, die sich dem Wechsel zu neuen Kommunikationsformen und –Technologien verwehrt haben. IBM, Google und Microsoft haben sehr viel Geld in die Entwicklung und/oder den Kauf von IBM Connections, Google Plus und Microsoft Yammer und Sharepoint gesteckt. Dazu liefen die Marketingmaschinerien auf Hochtouren, um die Unternehmen davon zu überzeugen in die neuen Plattformen zu investieren. Aber anscheinend haben alle Hersteller und Auguren(?) sich geirrt: Die E-Mail bleibt die wichtigste Kommunikationsplattform, gefolgt von der bunten Vielfalt andere Systeme und Konzepte.

Ohne die E-Mail geht es nicht – aber nicht so wie bisher!

Keiner der großen Hersteller hat in den letzten Jahren viel Geld in die Weiterentwicklung ihrer E-Mail Anwendungen gesteckt. IBM Notes sieht altbacken aus wie eh und je. Outlook hat sich an das Office Layout angepasst, das war es. Der freie E-Mail Client Thunderbird sieht nach wie vor aus, wie aus dem letzten Jahrhundert und auch Google hat erstaunlicherweise wenig an Google Mail in den letzten Jahren verändert. Vielleicht hatten sie nach Google Wave und Google Plus –  das erste Tool ist komplett verschwunden, das zweite dümpelt mehr schlecht als recht dahin – einfach nicht mehr den Mut an einem erfolgreichen Produkt etwas Tiefgreifendes zu verändern.

Ausgerechnet IBM hat mit seiner Vorstellung von „Verse“ nun die größte Lawine an Neuerungen losgetreten. Dachte man sehr lange, dass bei der IBM das Thema E-Mail bzw.  Notes und Domino irgendwann endgültig durch sein muss, präsentiert IBM  einen komplett neu entwickelten E-Mail Client. Auf der Basis der im eigenen Haus vorhandenen Werkzeuge wie Domino und Analytics sowie einem riesigen Schritt, ach was Sprung, beim Thema Benutzerschnittstelle (IBM stellt Verse vor), haben die IBM eigenen Entwickler ein vollständig neues Konzept für den Umgang mit E-Mails vorgestellt.

clip_image004_thumb.jpgWar bisher die Inbox bei den E-Mail Clients aller Hersteller im Mittelpunkt, geht IBM mit Verse einen neuen Weg. Es steht nicht mehr die einzelne E-Mail im Mittelpunkt, sondern diese wird im Kontext der Person und der Inhalte analysiert und dem Anwender präsentiert. 100 Millionen hat IBM nach eigenen Angaben in die Neuentwicklung investiert. IBM wird jedoch im kommenden Jahr viel Aufwand betreiben müssen, um ihren Anwendern und den Verantwortlichen in den Unternehmen die neue Strategie und die dazugehörigen Produkte schmackhaft zu machen.

clip_image002.pngBei Google hörte man nun bereits eine ganze Weile immer wieder, dass auch sie ihren E-Mail Client erweitern werden. Nun sind die Einladungen der neuen Anwendung unterwegs und Google Mail-Anwender können die neue E-Mail Experience testen. Auch Google versucht ebenso wie IBM dem Anwender zu helfen und diesen vor dem Ertrinken in der Informationsflut zu unterstützen. Dabei greifen auch sie in das vorhandene Entwicklerregal und nutzen ihre bisherigen Entwicklungen und Erfahrungen von Google Mail und Google Now. Vor allem die mobilen Anwender sollen von den neuen Funktionen profitieren, indem die eingehenden Nachrichten vorsortiert, gefiltert und gruppiert werden. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass die Umstellung nicht ohne Komplikationen bei den Anwendern von statten geht.

Nun greift also auch Microsoft wieder aktiv ins Geschehen ein. Für angeblich 200 Millionen US$ kaufen sie sich moderne Technologie ein. Es ist verwunderlich, dass Microsoft so viel Geld in ein Unternehmen (Acompli) investiert, das eine E-Mail App für zwei mobile Betriebssysteme entwickelt hat. Steht Microsoft hier im Zugzwang durch die beiden Mitbewerber und spart sich so die Zeit für eine Neuentwicklung? Oder fehlt einfach das Know-how, um das Konzept von E-Mail zu modernisieren und auf die Straße zu bringen.

clip_image006_thumb.jpgEbenso wie bei IBM und bei Google setzt Microsoft auf den mobilen E-Mail Anwender. Das Angebot von Acompli passt zu Microsoft, da der E-Mail Client den Fokus auf E-Mails und Termine sowie auf Dateien legt. Inwieweit die Acompli Apps ein entsprechendes analytisches Backend einsetzen – so wie es die Produkte von IBM und Google beinhalten – ist schwer einzuschätzen. Allerdings sind die Zugriffe auf die gespeicherten Informationen innerhalb der App sehr schnell. Man darf gespannt sein, wie und in welcher Form Microsoft die Neuakquisition in das Portfolio aufnimmt. Bleibt es ein selbstständiges Produkt, bildet es die Grundlage für die Entwicklung auch auf den Microsoft eigenen Betriebssystemplattformen oder werden Teile davon herausgenommen und in andere Produkte integriert.

Der nächste Schritt: Social Collaboration und E-Mail zusammenführen

Die Erkenntnisse der aktuellen Entwicklungen und die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen es: Ohne die E-Mail geht es nicht! Aber auch ohne die Social Collaboration Plattformen geht es nicht mehr in den Unternehmen. Die Aufgaben und die Vorteile können nicht von dem jeweils anderen Tool ersetzt werden. Aber die beiden Welten können sich hervorragend ergänzen. Es wird die Kunst der Hersteller sein, in der nächsten Version ihrer jeweiligen Produkte die Grenzen zwischen den Systemen immer weiter verschwinden zu lassen. Im Moment müssen Anwender noch viel zu viel darüber nachdenken, welche Information sie wie und mit welchem Werkzeug übermitteln. Erst wenn die Trennung aufgehoben ist, der Zugriff tatsächlich im gleichen (Funktions-) Umfang auf verschiedenen Geräten möglich ist und analytische Verfahren tatsächlichen einen Mehrwert bringen, dann erhält der Anwender die notwendige Unterstützung beim Kampf mit der täglichen Informationsüberflutung.

Man darf sehr gespannt sein, wie die neuen Entwicklungen und Angebote der drei großen E-Mail Anbieter von den Anwendern und den Unternehmen angenommen werden. Veränderungen sind in einem Bereich, den Anwender jeden Tag aufsuchen und sie es sich dort passend eingerichtet haben, häufig nicht besonders gern gesehen. Obwohl es so dringend notwendig ist. Die neuen Anwendungen zeigen, dass es auch bei der E-Mail noch Innovationspotential gibt und die Hersteller dort auch weiterhin investieren müssen.

Unterschiedliche Ansätze, aber ein Ziel: Die E-Mail wieder in den Vordergrund rücken

Microsoft hat es sich vergleichsweise leicht gemacht und Technologie einfach wieder hinzugekauft. IBM ist diesmal einen anderen Weg gegangen und hat diesen Neuanfang selbst entwickelt. Google entwickelt auch selber, geht aber nicht einen so großen Schritt wie IBM. Alle drei Firmen haben in eine Commodity Anwendung vergleichsweise viel Geld investiert. Geht man davon aus, dass der E-Mail Markt gesättigt ist, kann man davon ausgehen, dass keiner der drei Hersteller dieses Feld den anderen Mitbewerbern kampflos überlassen wird.

Wer den Zugang  über die E-Mail an die Anwender verliert, verliert diesen bereits morgens für den restlichen Tag und die anderen Anwendungen.

Arbeiten mit IBM – meteorologisch einfach erklärt!

Sonnenmännchen
Die regelmäßige Zusammenarbeit mit IBM ist wie das tägliche Wetter:

Man steht morgens auf, schaut raus und freut sich auf den Tag.

Aber mindestens einmal am Tag ist es zu heiß, zu kalt, zu regnerisch oder zu trocken. Egal wie, es passt nicht und man ärgert sich.

So wie bei der Arbeit mit der IBM und/oder ihren Produkten.

Lernt man aber irgendwie mit zu leben. Man denkt sich nur, es könnte doch so viel besser sein.

Und meist ist es irgendwo anders auch besser – in dem Moment!

 

Mit dem Klima und IBM ist das ebenso. Langfristig zurückgeschaut oder in die nahe Zukunft geblickt ist das ja alles recht stabil und verlässlich.

 

regenmännchenLeider ist das mit dem Klimawandel und IBM leider auch sehr ähnlich: Es wird irgendwie anders und keiner weiß so richtig was sich verändern wird.

 

–  Wird es besser?

–  Wird es schlechter?

 

 

IBM Mail Next – Next Step

mail-next-juli-2014-1Wie vor einigen Wochen bereits versprochen, hält IBM seine Kunden auf dem Laufenden beim Thema “Mail Next”. In einem Webcast wurden die aktuellen Entwicklungsschritte ihrer (Neu-)Entwicklung präsentiert. Die weitere Entwicklung von IBM wird immer deutlicher: “Cloud, Browser und Mobil”, dann der Rest.

Es ist abzusehen, dass Mail Next und das noch sehr behäbige Browser Plugin das baldige Ende des Notes Clients einläuten. Das ist kein Drama. Im Gegenteil, IBM kann sich mit diesem Schritt von kostenintensiven Altlasten befreien und Unternehmen sparen sich aufwendige Roll-Outs.

Voraussetzung dafür ist, dass IBM seine Hausaufgaben macht. Bei Mail Next scheint es der Fall zu sein. Endlich wird der Schritt zu einem neuen User Interface gewagt. Der Ansatz ist neu und fällt trotzdem nicht so radikal aus wie noch vor ein paar Wochen auf den ersten Demos angedeutet. Es bleibt weiterhin spannend, wie IBM die Waage zwischen dem Guten bewahren und sich dabei trotzdem deutlich zu wandeln hält. Die umfangreiche Neuentwicklung bedeutet jedoch, dass die ursprünglich geplante breite Verfügbarkeit wohl erst im Jahr 2015 erfolgen wird.

Beim Browser-Plugin sieht es noch anders aus. Es mag vor allem für IBM sehr verlockend sein, alles notwendige für den Betrieb der “alten” Notes-Datenbanken in eine Browser-Plugin Paket zu werfen, aber in der Realität hakt es da noch an zu vielen Ecken und Enden.

Leider kommt das Thema “XPages” bei der Neu- und Weiterentwicklung von Browser-fähigen und mobilen Anwendungen weiterhin zu kurz. Es wäre sehr hilfreich, wenn IBM, die Business Partner aber auch die Unternehmen mehr in das Thema investieren und vor allem auch mehr von den Anwendungen, die damit realisiert werden können, gezeigt werden. Mit Mail Next setzt IBM wieder auf den leistungsstarken Domino Server, so dass sich Investitionen in diesem Bereich auch in Zukunft lohnen werden.

Weiterhin ein großes Hindernis bei der weiteren Entwicklung der neuen Strategie von IBM sind die Kunden. Dort herrscht oftmals weiterhin der fromme Wunsch, alles könnte so bleiben wie es ist: Angefangen von Windows XP (ja ja, damit hat IBM nichts zu tun), über den Notes-Client bis hin zu “Wir machen auch in Zukunft in unserem Rechenzentrum alles alleine”. Viele Anwender und IT-Abteilungen haben sich über die letzten 10-15 Jahre so an ihre Arbeitsumgebung gewöhnt, Verfahren für den Betrieb entwickelt und Ressourcen aufgebaut, die sie nur ungern wieder hergegeben werden. IBM wird gute, verständliche und nachvollziehbare Argumente anbieten müssen , damit ihre Kunden diesen Weg weiterhin gemeinsam mitgehen werden.

mail-next-juli-2014-2Wer den Schritten in die mobile Cloud-Welt der IBM folgt, steht auf der Sonnenseite bei deren zukünftigen Entwicklungen. Alle anderen müssen damit leben, dass ab und an dicke Wolke zwischen ihren persönlichen bzw. ihren unternehmerischen Bedürfnissen und den Angeboten von IBM stehen. Aber, IBM denkt – im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern – auch an diese Kunden.

Die Zukunft bleibt spannend und IBM trägt seinen Teil im positiven aber auch im kritischen Sinne dazu bei.

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Kommentar zur Partnerschaft von IBM und Apple

Steve Janata von Crisp Research und seine Meinung zu der mit einem Paukenschlag verkündeten neuen Partnerschaft von Apple und IBM.

Die Kurzfassung lautet:

  •    Apple: Pragmatismus schlägt Stolz
  •    IBM: Strategisch klug
  •    Microsoft: Nur scheinbarer Verlierer
  •    Google: Der eigentliche Verlierer
  • —————————————————-
  •    Fazit: Gut für den Anwender

zum Artikel: Apple goes Enterprise: Auf Hochmut folgt Realitätssinn

Ich sehe es genauso wie Steve es im Artikel geschrieben hat. Auch wenn es für viele im ersten Moment sehr merkwürdig vor kam, das sich Microsoft Nokia einverleibte, war es ein kluger Schachzug. Microsoft ist sowohl im Consumer wie auch im Business Umfeld mit seiner Produktpalette sehr gut aufgestellt. Sie bieten für alle wichtigen Bereiche eigene, miteinander verknüpfbare Produkte an: Cloud, Server und Datenbanken, Identity Management, Applikationsentwicklung, Anwendersoftware für das Büro und zuhause, Spielekonsolen (ein nicht zu unterschätzender Markt für zukünftige Generationen) und eigene mobile Kommunikationsgeräte und –systeme.

IBM hat sich aus dem Endkundengeschäft im Consumerbereich komplett verabschiedet und auch bei ihren Produkten haben sie nur in wenigen, vergleichsweise kleinen Bereichen direkten Kontakt mit den Anwendern. Nun haben sie sich mit Apple einen starken Partner geholt. Wie immer bei Partnerschaften dieser Art, kann man sehr gespannt sein, ob es über Lippenbekenntnisse hinaus geht und wie die tatsächliche Umsetzung mit Leben gefüllt wird.

Ein kleine Frage hätte ich da noch: Wird IBM in Zukunft auf den Folien mit der Überschrift “Mobile First” ein kleines (*) schreiben.

(*) und zwar in der Reihenfolge: Apple sofort, Android bei großen Kunden zeitnah und später für alle (bitte beachten Sie die unterstützten Versionen), Blackberry, ach herje das haben wir jetzt total vergessen und Microsoft erst, wenn es soweit ist.

Dr. Thomas Zeizel: Neue Aufgabe bei der IBM Collaboration Solutions

IBMs ICS Transformation in die neue Welt

Was waren das noch für schöne Zeiten: IBM hat gesagt, wir machen das jetzt so und alle anderen machten das dann auch so. Wie das immer so ist: Rückblickend war vieles einfacher, schöner und oft behauptet besser. Man musste sich nicht mit unzähligen Technologien beschäftigen, die IT fand in den eigenen vier Wänden statt, die Innovationszyklen waren länger und planbarer und es gab wenige Quellen, an denen man aktuelle Informationen bekommen hat.

Das ist schon sehr lange her und seitdem ist viel passiert: Informationstechnologien jeglicher Art durchdringen unser Leben an allen Ecken und Enden. Die IT findet schon lange nicht mehr nur an einem Ort statt, sondern verteilt sich über den ganzen Globus. Fast täglich muss man sich entscheiden, ob die neueste Ankündigung relevant ist und Informationsquellen gibt es wie Sand am Meer.


Die (Haus-)Aufgaben für IBM Collaboration Solutions: Social Business erfordert ein neues Denken und Handeln!

  • Kunden, Business Partner und die eigene Organisation noch intensiver mit auf die neue Reise nehmen!
  • Design Thinking – Von der Entwicklung über Vertrieb & Services bis hin zu Business Partnern und Kunden etablieren!
  • Es gibt Erfolge? Dann erzählt sie! Zeigt sie!
  • Schneidet endlich die alten Zöpfe ab!
  • Beobachtet nicht nur die anderen großen „Tanker“ am Markt, schaut auch auf die schicken „Sportboote“!

Beim großen Tanker IBM war man sich als Außenstehender in den vergangenen Jahren oftmals nicht sicher, ob die vielen Kapitäne an Bord immer genügend Um- bzw. Weitsicht und auch die Ausdauer hatten, um die vielen Veränderungen tatsächlich wahrzunehmen und darauf auch zu regieren. Man vermisste oftmals die Erkenntnis, dass mit den neuen Herausforderungen in dieser sich stark verändernden Umwelt auch neue Antworten gegeben werden müssen. Keine Frage, es ist viel passiert bei der IBM. Trotzdem – blickt man die letzten Jahre zurück – hatte man nicht immer den Eindruck, dass entsprechend gehandelt wurde. Viele IBM Collaboration Solutions hinterließen den Eindruck einer Denkweise aus den 1990iger Jahren.

Neue Lösungen, neue Personen & neue Ideen

Spricht man jedoch mit dem neuen Chef der IBM Collaboration Solutions (ICS) Dr. Thomas Zeizel und schaut man sich dazu noch die aktuellen Produktankündigungen (Mail Next) bzw. –vorstellungen (Connections 5) an, dann kann man die ersten kleineren, aber auch größeren Schritte der IBM nach vorne erkennen. IBM geht einen neuen Weg, ihre Services und Produkte attraktiver zu entwickeln und anzubieten.

Es wird Zeit für diesen neuen Weg, der aber nicht einfach sein wird und sicherlich seine Zeit braucht und nur über viel Kommunikation mit Kunden und Partner erfolgreich gegangen werden kann. Aber auch in der IBM muss sich dieser neue Weg noch stärker abbilden, von allen getragen werden.

Der Spagat zwischen bewahren und erneuern

Wie kaum ein anderer IT Hersteller steht die IBM dafür, dass ihre Produkte langfristig in Unternehmen eingesetzt werden können. Man nehme nur das Beispiel IBM Notes/Domino. Über 25 Jahre gibt es diese Plattform nun. In vielen Unternehmen gibt es Notes-Applikationen, die 10-15 Jahre alt sind und noch immer ihre guten Dienste leisten. Welche Plattformen bieten diese große Vielfalt an Anwendungs- und Integrationsmöglichkeiten wie der Domino-Server oder Connections? Auf der anderen Seite ist vieles mehr als altbacken, wie der Fat-(Fat-)(Fat-)Client Notes oder aber auch das aus dem letzten Jahrhundert stammende Layout vieler Notes-Entwicklungen. Zudem sind viele Anwendungen funktional hoffnungslos überfrachtet. Die Usability ist dabei auf der Strecke geblieben.

Nun muss man die IBM ein wenig in Schutz nehmen. Nicht nur der Hersteller hat eine gewisse Behäbigkeit, sondern auch viele seiner Kunden und Business Partner. Während die meisten Anwender und Entwickler im privaten Bereich wie selbstverständlich mit WhatsApp und Facebook hantieren und sich über cool designte Produkte erfreuen, verzichten viele im Unternehmen und bei der Entwicklung neuer Anwendungen auf diese Trends und bewahren sich ihre über Jahre liebgewonnene Arbeitsumgebung. Nach den ersten Präsentationen von „Mail Next“ mit seinem komplett neuen Design Ansatz kamen viele Kommentare auf, die von diesem neumodischen Schnick-Schnack nicht begeistert waren.

Wie geht es weiter?

Mail Next wird ein großer, revolutionärer Schritt sein. Wenn es denn so kommt, wie es auf den Folien bisher dargestellt wird. Das Userinterface bricht mit allem was man bisher als Anwender und Entwickler von der IBM kannte. Endlich! Dazu werden im Hintergrund sehr viele analytischen Verfahren eingesetzt werden, um die Masse an Informationen besser bewältigen zu können: „Wozu sich bereits heute mit einer E-Mail auseinandersetzen, deren Relevanz erst in drei Wochen von Bedeutung sein wird?“ Auch hier wird man auf die konkrete Umsetzung warten müssen; aber es wird anders – und in diesem Fall hoffentlich auch – besser werden.

 

IBM Tanker

 

IBM hat bei der Entwicklung seine bisherigen Pfade verlassen und sich an die Generation Y herangetraut und diese mit in den Entwicklungsprozess mit eingebunden – ein Novum in der Entwicklungsgeschichte der IBM. Die neu entstehenden Design Thinking Zentren (From features-first to user-first) spiegeln diese Veränderungen auch ganz greifbar in Teilen der Organisation wider.

Auf diese Reise muss die IBM ihre Kunden und Partner mitnehmen. IBM muss es schaffen, ihre bestehenden Communities von der neuen Denk- und Handlungsweise zu überzeugen. Das wird kein Selbstläufer. Erfolge werden sich nicht in kurzfristigen Quartalsergebnissen zeigen.

Wenige große Tanker, dafür viele kleine Sportboote

Dieser revolutionäre Schritt bei der Entwicklung neuer Produkte ist zwingend notwendig. Vergleicht man die aktuelle Situation im Social Collaboration Markt – Crisp Research führt aktuell ein Product Review einer Vielzahl an Lösungen durch – gibt es dort die großen Konkurrenten Microsoft und Jive. Mit Microsoft verhält es sich wie zwischen VW und Toyota in der Automobilbranche: Mal ist der eine vorne, mal holt der andere auf. Microsoft befindet sich in einer ähnlichen Situation wie die IBM: Wie wird der Dampfer flott für die Zukunft gemacht? Jive auf der anderen Seite hat gerade die Nähe zu einem großen Partner (Cisco) gesucht und wird sich dort neu aufstellen.

Daneben gibt es jedoch sehr viele IT-Unternehmen, die interessante, moderne und attraktive Lösungen entwickelt haben. Vor allem im User Design sind diese oftmals innovativer und benutzerfreundlicher. Die Anwender arbeiten mit einer Oberfläche, die wie aus einem Guss zu bedienen ist. Davon ist IBM Connections noch ein ganzes Stück von entfernt. Man erkennt zwar, dass die IBM mächtige, funktional umfangreiche und für den Unternehmenseinsatz variable Lösungen hat, diese aber nur schwer zu einem neuen Produkt nahtlos zusammenfügen kann.

Die Cloud stärkt vor allem die kleinen Anbieter

IBM hat vor Jahren den Social Collaboration Markt als einer der Ersten betreten und diesen stark beeinflusst und entwickelt. Nun kommen aber immer mehr Anbieter in diesem Segment auf den Markt. Derzeit sind im weltweiten Markt über 100 (!) Anbieter von Enterprise Collaboration Lösungen aktiv.

In einer Welt der Cloud-Lösungen spielt es in Zukunft keine große Rolle mehr, ob die Software für kleine oder große Infrastrukturen ausgelegt ist. Gab es in der Vergangenheit häufig Einschränkungen bei der Skalierbarkeit durch die Software, entfällt dieser Punkt weitestgehend in der Cloud.

An dieser Stelle kann IBM noch mit der Funktionalität und der Integrationsfähigkeit in die Unternehmensprozesse punkten. Aber wie lange noch?

In der Vergangenheit waren die Entwicklungszyklen durch die Installation beim Kunden vor Ort sehr langwierig und aufwendig. In der Cloud können die Hersteller ihr Portfolio kontinuierlich nach und nach ausbauen. Funktionalitäten, die nicht durch eine Eigenentwicklung realisiert werden können, sind über APIs aus anderen Systemen erreichbar. Bei der Nutzung von Online-Speicher wird diese Integration häufig praktiziert, aber im Prinzip sind alle möglichen Konstellationen denkbar: Videokonferenzen, Billingsysteme, usw.

Cloud First – OK! OnPremise gehört trotzdem aufgeräumt!

Alte Zöpfe müssen behutsam, aber sie müssen abgeschnitten werden. „Fat“ ist uncool. Sowohl beim Client – der Notes-Client gehört hoffentlich bald der Vergangenheit an – wie auch bei der Backend-Administration. Große, leistungsfähige Systeme sind komplex und aufwendig, keine Frage. Aber soll OnPremise auch in Zukunft eine Rolle spielen, dann muss das Stückwerk für die Administratoren wieder administrierbar gemacht werden. Diese Art der aktuellen Softwarebereitstellung macht kurzfristig einige wenige Partner glücklich, aber langfristig werden Anwender nicht mehr bereit sein die großen Aufwände für Wartung und Updates zu tragen. Ob diese dann in die IBM Cloud Angebote wechseln werden ist die Frage.

Der Tanker fährt, er bewegt sich? Wo geht es hin?

Thomas Zeizel betont, dass die Business Partner auch in dieser sich verändernden IT-Welt für die IBM ein wichtiger Baustein bleiben werden. Das ist eine wichtige Aussage, die die Partner – aber natürlich auch die Kunden – gerne hören werden. Denn viele Kunden arbeiten seit Jahren mit ihren Business Partnern vertrauensvoll und intensiv zusammen. Aber die IBM muss sich auch noch mehr der Verantwortung stellen und die großen und die kleinen Partner mit auf diese Reise zu nehmen.

Der Schritt zum „neuen Denken“ muss noch intensiver und stärker nach außen kommuniziert werden. Das wird eine schwere Aufgabe werden und IBM muss dabei einen langen Atem beweisen. Aber es muss passieren, denn es haben sich viele Spielregeln verändert und sie werden sich noch weiter verändern. Die neuen Impulse müssen weiter getragen werden – eine große, intensive aber auch sehr spannende Aufgabe für Dr. Thomas Zeizel und sein Team.

Auf dem Weg zur 40. DNUG Konferenz

So, nachdem ich den ersten Zug verpasst habe – nein, diesmal war nicht die Bahn schuld, sondern mein Bedürfnis ein nettes Gespräch mit einem Trainerkollegen über die kommende Handball Saison zu führen – sitze ich im Zug und mache mir so meine Gedanken über die kommenden 3 Tage.

Normalerweise fahre ich mit großer Freude zur Konferenz. Diesmal ist das anders. Ich bin mir noch nicht sicher, was mich dort erwarten wird, wie die Stimmung sein wird.

Die DNUG fährt weiterhin in einem unruhigen Gewässer

Heute Mittag geht es mit der Vorstandssitzung los. Es stehen Veränderungen an. Ich bin sehr gespannt wie die Ergebnisse heute Abend aussehen werden.

Morgen geht es dann mit der Konferenz los. Der Vorstand hat das Konzept nach der letzten Veranstaltung in Frankfurt geändert, den Zeitplan kompakter gestaltet und – hoffentlich – die Schwerpunkte neu und richtig gesetzt. Das sieht schon besser aus. Nur mit dem Schwerpunkt-Thema “Marketing” bin ich nicht ganz so glücklich, da es außerhalb der Kernkompetenzen der DNUG, aber auch des großen Herstellers ist. Aber die Agenda zu dem Themenblock sieht spannend aus.

Leider werde ich aber daran nicht teilnehmen können, da Anja Wittenberger und ich parallel dazu unseren Track “Social Business” haben, Wie bereits in der Vergangenheit werden wir hier wieder sehr aktiv mit unseren Teilnehmern an unseren Themen arbeiten.

Von der IBM gab es in der Vorbereitung viel Unterstützung. Die Marketingkanäle wurde intensiv und abgestimmt gefüllt. Trotzdem bin ich da ein wenig am Hadern. Leider wird eine “Parallel-Veranstaltung” der IBM, die zur DNUG Konferenz geplant war, nicht stattfinden. Was ich sehr schade finde. Korrektur: Findet doch statt, wie ich gerade nach meiner Ankunft erfahren habe.

Außerdem veranstaltet die IBM im Herbst, 2-3 Wochen vor der kommenden DNUG Konferenz eine – im Prinzip – Konkurrenzveranstaltung, die wahrscheinlich wieder kostenfrei sein wird – gleiche Themen, ähnliches Konzept. Diese Situation gab es bereits im vergangenen Jahr. Auf der einen Seite unterstützt die IBM die DNUG sehr aktiv, auf der anderen Seite wird kräftig eingegrätscht – von hinten.

Ist ein wenig wie bei meinen Jungs zu hause: miteinander ist es schwierig, ohne geht es aber auch nicht.

Zukunft der DNUG

Ich bin der Überzeugung, dass es einen Lotus/Notes/Social Business/ICS wie auch immer Anwender-Community geben muss!

  • Die Themen Social, Collaboration, Workflows, Prozesse sowie die Werkzeuge Notes, Domino, Connection sind zu wichtig, als das man die IBM damit alleine lassen kann. Es muss einen Ort geben, wo man dem großen Hersteller mal gepflegt einen Tritt in den Allerwertesten geben kann. Die Erfahrung zeigt, dass das ohne auf Dauer nicht gut geht. Aber auch Gutes, das es auch gibt, soll gezeigt, vorgestellt und gelobt werden. Beides kommt im Moment zu kurz.
  • Es braucht einen Ort, wo sich Anwender ohne Vertriebsdruck und laufende Projekte/Aufgaben (The Daily-Ärgernisse) mit gleichgesinnten Leidensgenossen austauschen können. Das bringt alle weiter.
    Wir reden zwar letztendlich nur über Technologie, da sollte Herz/Schmerz und Gefühle keine Rolle spielen. Tut es aber. Firmen investieren, ITler kämpfen jeden Tag mit den großen und kleinen Hindernissen, Mitarbeiter haben über Jahre ihr Wissen aufgebaut, in Projekten werde tolle, kreative Lösungen entwickelt, man trifft sich mit Menschen, denen man helfen kann usw. Da hängen immer Menschen dahinter, die da viel persönliches in die Themen und die Technologie reinstecken.
    Da werden (einige) Vertriebler, Quartalskassierer und Zahlenmenschen sofort einwerfen, dass es um Technik und Geld geht (netter verpackt -> sie sagen Menschen, meinen aber Provision). Aber das ist zu kurz gedacht, denn ohne die engagierten Menschen, die da ihre Energie reinstecken, gibt es auch kein Geschäft. Und für die braucht es (wieder) einen Ort, an dem diese positiven Akteure die notwendige Unterstützung und neue Energien bekommen.
  • Die Gegenwart mit ihren Veränderungen und die Zukunft mit ihren Ungewissheiten sind viel zu spannend, als das man sich nicht damit beschäftigen sollte. Außerhalb des täglichen K(r)ampfes über den Tellerrand hinausblicken, in einem persönlichen und vertrauten Umfeld – dafür muss es (weiterhin) einen Ort geben.

Ich bin sehr gespannt was kommen wird. So langsam rückt Karlsruhe näher und je mehr ich mich damit beschäftige, desto größer wird die Vorfreude.

Ach ja: Am Mittwoch kann es später werden, da ab 17 Uhr die IBM via Live-Schalte Connections Next vorstellen wird. Mal was neues: Nicht am Anfang einer Konferenz sondern am Ende wird the (hoffentlich) next Big Thing vorgestellt. Wird fast so spannend sein wie das Pokalfinale am Samstag: In vertrauter Runde gemeinsam “fernsehen” und einem ungewissen Ereignis entgegenfiebern. Aber auch hier bin ich über das zu erwartenden Ergebnis frohes Mutes, ging ja am Samstag auch schon gut aus.

PS: ich tippe den Text gerade mit einem Microsoft Surface – tolles Gerät, aber bei langen Texten ist die Tastatur und die automatische Rechtsschreibkorrektur eine große Herausforderung. Daher bitte ich Fehler zu entschuldigen.

 

Querdenken – aber nicht quer gemacht!

meine Sichtweise auf die IBM BusinessConnect

In den vergangenen Tagen und Wochen war ich auf verschiedenen Enterprise 2.0 bzw. Social Business Veranstaltungen, unter anderem auf der IBM BusinessConnect in Mannheim. Auf dieser Konferenz, auf die ich hier näher eingehen werde, wie auch auf den anderen Konferenzen ging es letztendlich um die Einführung von Social Network Plattformen in Unternehmen. Je nach Herangehensweise oder Ausgangslage sind die Voraussetzungen für die erfolgreiche Einführung entweder, dass das Unternehmen sich ändert, um die Social Business Plattformen nutzen zu können, oder das Unternehmen wird sich durch die Einführung verändern. Auf jeden Fall wird sich etwas ändern. Das liest und hört man bei jedem Referenten auch spätestens ab der dritten Folie.

Erstaunlicherweise hat sich aber bisher nichts an den Formaten bei den thematisch entsprechenden Konferenzen verändert. Die IBM Veranstaltung und die anderen Konferenzen sind immer noch so was von „1.0“, dass es für mich immer unerträglicher wird, daran teilzunehmen. Dabei gibt es mittlerweile wunderbare Alternativen und Ergänzungen zu den klassischen Frontalkonferenzen. An erster Stelle steht hier natürlich das Barcamp-Format.

Barcamps sind sicherlich nicht die Lösung für alle Themen und Anliegen. Aber für die klassischen Konferenzanbieter wäre es sicherlich sinnvoll mal darüber nachzudenken, sich diesem Format anzunähern, davon abzukupfern oder diese zu adaptieren. Dass das Format Barcamp nicht nur etwas für junge hipe Weltveränderer ist, zeigt das „colearncamp“ des Arbeitgeberverbandes hessenmetal (diesen Verband würde man nicht unbedingt als „Hipster“ oder „Cool“ bezeichnen). Das Durchschnittsalter der Besucher liegt vermutlich bei +/- 35-40 Jahren und die meisten haben ihre Berufung in den bodenständigen Bereichen Personalentwicklung, Weiterbildung und Beratung gefunden. Trotzdem die Voraussetzungen eher für ein gesetztes, vielleicht auch eher konservatives und in seinem Verhalten eingefahrenes Publikum sprechen, ist das „colearncamp“ ein wundervoller, kreativer, interaktiver, inspirierender und positiver Ort. Jeder der Teilgeber (nicht Teilnehmer!!!) geht von dort mit neuen Ideen, wichtigen und relevanten Kontakten (auch geschäftlichen) und vielen wichtigen Informationen motiviert nach Hause.

Das kann ich leider von der IBM BusinessConnect und den anderen Konferenzen nicht behaupten: Vollgestopft mit aneinandergereihten Vorträgen, keine Interaktion und schon gar keine aktive Teilnahme, starres sitzen in unendlichen langen Konferenzstuhlreihen, teilweise schlechte und lustlos zusammenkopierte Präsentationen, dazu einige Themenverfehlungen in Bezug auf die gedruckten Ankündigungen usw. Nach einigen Präsentationen gab es auf den Fluren Gemecker und Kopfschütteln.

Daher meine Bitten an die verschiedenen Akteure dieser Konferenzen:

Liebe Social Business-Kongress Veranstalter und hier im speziellen liebe IBM,
ihr habt so tolle Themen und ihr habt auch eine grobe Vorstellung von dem, was ihr bei euren Teilnehmern bzw. Kunden erreichen wollt: Unternehmen entwickelt euch weiter, verändert euch und macht euch fit für unsere Produkte. Das sagt ihr so direkt nicht, aber es liegt in der Natur der Sache, dass ihr am Ende des Tages Lizenzen, Services oder irgendetwas anderes verkaufen wollt. Ist ja nichts Schlimmes und Verbotenes. Leider lebt ihr diesen Wandel, den ihr von euren Kunden einfordert, bei den Konferenzen überhaupt nicht vor. Dabei gab es schon tolle Ansätze, wie z.B. die IBM JamCamp Bus Tour vor zwei bzw. drei Jahren. Das wurde leider nicht wiederholt. Und bereits bei der zweiten Bustour war der Abschluss kein Barcamp mehr sondern wieder eine Konferenz barocker Art für die schlipstragenden Zahlenmenschen.

Liebe Hersteller,
nicht alle, aber doch einige von euch haben tolle Produkte. Ihr preist sie an, dass sie so einfach und modern sind und es nichts Vergleichbares gibt und vieles mehr. Und was zeigt ihr uns? Uns, damit meine ich diejenigen, die sich 45 Minuten Zeit nehmen und sich informieren wollen, die vielleicht auch begeistert werden wollen. Ihr zeigt uns langweilige und statische Folien, die meist nicht mehr bieten wie eure gedruckten Werbeprospekte. Wenn wir, die wir Zuhören, noch Glück haben, dann ist der Redner unterhaltsam – wenn nicht, dann gute Nacht Marie. Für diese Situationen gibt es – Mr. Jobs sei Dank – Tabletts und Smartphones.

Michael Ende nannte diese Gattung Menschen in seinem Buch Momo „Zeitdiebe“.

Liebe Konferenzort-Anbieter,
von euch würde ich mir auch gerne eine Raum-technische Weiterentwicklung wünschen. Der große Saal ist der große Saal und dort geht es um den großen Auftritt. Daher sind hier viele Stuhlreihen und große Leinwände für die Bühnenshow genau richtig. Aber doch nicht in allen Räumen. Diese sind alle ausnahmslos kahl, grau, lieblos und vollgestopft mit Stühlen und Technik. Die Stühle stehen in langen Reihen so, dass man von der Seite aus noch nicht einmal richtig auf die Bühne sehen kann ohne sich zu verbiegen. Ein meist nicht aufkommendes Frage- und Antwortspiel zwischen den Referenten und den Zuhörern verebbt, da man die Fragenden weder richtig sieht noch versteht.

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
von Euch bin ich fast am meisten enttäuscht. Warum? Ihr, die ihr auf eine Konferenz zum Thema Social Business geht, seid doch diejenigen, die das Thema „Social“, Interaktion, Partizipation, Veränderung usw. in die Unternehmen bringen sollt. Und dann lasst ihr euch solche Formate gefallen? Oder ist das auch das Format, mit dem ihr euer Unternehmen „social“ machen wollt?
Versucht mal auf diese Weise das Fahrradfahren zu vermitteln (in Anlehnung an das Zitat von Harald Schirmer): Einer steht auf der Bühne und zeigt auf statischen, Text-lastigen Folien wie man mit dem Fahrrad dieses Herstellers fahren könnte. Danach sollt ihr euch dann für das Produkt entscheiden.

Zum Schluss
Nein, es war, auch wenn es hier vielleicht so rüberkommt, nicht alles war schlecht auf der IBM BusinessConnect (dies gilt auch für anderen von mir besuchten Konferenzen): Einige Vorträge waren super, darunter sogar echte Highlights, die Organisation lief reibungslos, die Mischung der verschiedenen Brands zu einer Konferenz war bereichernd, die Abendveranstaltung war super und ja, zwischen den Vorträgen gab es tolle Gespräche.

Aber mir ist das mittlerweile einfach zu wenig quergedacht.