März 23, 2013

Leistungschutzrecht – Wasserrecht – Fracking – Bestandsdaten

Im Moment werden lauter Gesetze verabschiedet mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP und SPD(!!!), die mich sehr stören. Es handelt sich um das Grundrecht auf Wasser (Abstimmung im Bundestag) - Gegen die Privatisierung der Wasserrechte und Nutzung – , das Leistungsschutzrecht, Fracking (wurde nun auf den Weg gebracht, damit darf demnächst krebserregende Chemie in den Boden gepumpt werden um Gas zu fördern ) und der Zugriff auf Bestandsdaten.


wasserrechtZur CDU/CSU –  Bei der Abstimmung über das Wasser – eine(!) Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Ich gehe mal davon aus, dass der Rest der hier angesprochenen Gesetze durchgewunken wurde vom Kanzlerwahlverein.

Zur FDP – Das ausgerechnet die Liberalen Gesetze forcieren wie das LSR und die Bestandsdatenauskunft. Es war mal eine Partei, die die Bürgerrechte hochgehalten hat. Aber vielleicht irre ich mich da auch – verworrene Erinnerungen.

Zur SPD – Die gehen mir gerade mal so richtig gegen den Strich. Öffentlich das eine Sagen und dann genau anders herum abstimmen. Hauptsache man kann dann später öffentlich behaupten, dass man doch schon immer so argumentiert hat oder auch anders herum. Mit den hinter den Gesetzen stehenden Wirtschaftsbereichen verscherzt man es sich nicht und gegenüber der breiten Masse kann man als Heldenpartei dastehen.

Grüne & die Linke – das diese beiden Parteien mal meine Meinung gemeinsam vertreten. Hätte ich auch nicht gedacht. Allerdings kenne ich das genaue Abstimmungsverhalten nicht, daher nur mit Einschränkung.

lsr
Nachdem das Leistungsschutzrecht nun Gesetz wurde, habe ich mich entschlossen das Plugin von “Leistungsschutzrecht stoppen D-64” zu installieren und zu aktivieren. Alle Links in den Beiträgen, die auf Verlage verweisen, die das LSR unterstützen, werden auf die Infoseite von LSR Stoppen D64 ungeleitet. Nicht, dass ich davon so viele in meinem Blog habe, aber ich sehe es

  1. als Schutz an, da noch nicht abschließend geklärt ist, was bei privaten Blogs geschehen wird. Wahrscheinlich ist mein Blog auch nicht als privat einzustufen, da ich ihn als Selbständiger auch für kommerzielle Zwecke benutze.
  2. als Minimalbeitrag an, um gegen das LSR zu protestieren.

Wenn ich nun einen Link auf focus.de oder stern.de verwende, dann sollten diese genannten Seiten nicht erscheinen. Stattdessen wird der Link auf die Landingpage von LSR stoppen umgeleitet. Aber auf heise.de landen die Leser weiterhin.

 

Februar 18, 2013

inspirieren und mitreißen

Ich habe heute von einer ehemaligen Kollegin an der Uni eine E-Mail erhalten. Die hat mich sehr gefreut. Deswegen gebe ich einen Teil davon weiter:

Lieber Joachim,


Ich hätte dich gern hier begrüßt, damit dir auch für immer bewusst bleibt, dass die Uni ein Ort war, an dem viele, viele Leute gern mit dir gearbeitet haben, sich von dir inspirieren und mitreißen ließen.

Andere inspirieren und mitreißen: Eigentlich hat sich gar nicht soviel geändert gegenüber meinem alten Job. Denn es ist das, was ich noch immer am liebsten mache. Wenn ich mich selber einschätzen müsste, dann wären das auch die beiden Punkte, die ich angeben würde und mit “das kann ich” beurteilen würde.

 

 

Dezember 11, 2012

The Old-Mobile Style – alt aber gut!!!

Aber was heißt denn schon alt im Internet-Zeitalter. Es geht hier um einen Computer, der 1,5 Jahre alt ist, aber einfach nicht mehr Hipp ist.

So kurz vor Weihnachten, wenn die Unternehmen ihre (Konsumer-)Produkte auf dem Markt schmeißen und die dazu passenden Käufer sich stundenlang überlegen, wem sie ihr Geld anvertrauen, fange ich manchmal an mich zu wundern. Ich wundere mich über die Argumente, die ausgetauscht werden: Nur Android oder iPhone geht, das andere ist auf jeden Fall Schrott – ohne Feature x geht gar nix – usw. Auch über einige der Produkte wundere ich mich, die zwar neu sind und z.B. extremst mobil sind (dafür aber auch eine Kabeltrommel bräuchten, damit man mit dem Gerät aus dem Haus bis über den Hof kommt) oder aber eine tolle neue Eingabeschnittstelle haben, dafür aber auch nur diese. Oder nur mit Formaten auskommen, die eine grundsätzliche Nutzung in allen Lebenslagen unmöglich macht.

Auch ich überlege immer mal wieder, ob ich mir noch so ein Teil – welcher Art auch immer – zulege. Vor ein paar Wochen schaffte es ein Nexus 7 in unseren Haushalt. Es ist vor allem ein Zusatzgerät. Ein Gerät zum Mail lesen-Facebook kommentieren-Newsanzeiger mit integrierter Spielekonsole. Aber auch nicht viel mehr. OK, ich nutze noch die Kalender-App. Dazu ein Sissy-Phone, dass ich zum Mail lesen-facebook kommentieren-News anzeigen und zum Spielen verwende. Dazu gesellt sich auch hier noch der Kalender und ganz selten (im Vergleich zu den anderen Apps) das integrierte Telefon. OK, hauptsächlich benutze ich das iPhone, um schnelle Fotos zu machen.

Es gibt so viele tolle neue Geräte und Betriebssysteme auf dem Markt. Bei Windows 8 kommt da gerade eine große Welle auf uns zu – da bin ich mal gespannt, die Androiden vervielfältigen sich auch immer weiter und nur bei Apple diskutiert man, ob das Display 0,89% (oder so ähnlich) größer wird in der nächsten Version und ob der Versionsnummer wieder nur ein Buchstabe angehängt wird. Aber irgendwie fehlt den Geräten immer wieder etwas, was es bereits gab. Meist sind es Funktionen, die ich auch gerne nutzen würde.

Dann schaue ich mir das Rechengerät vor meiner Nase an. Dann denke ich mir, bis auf Fotos machen (geht im Prinzip auch) und telefonieren kann das Ding eigentlich alles was ich brauche: Eingabe via Maus, Trackpoint, Mausfläche (wie heißt die schwarze Fläche vor der Tastatur), eine vollwertige Tastatur mit Hub und klick, Stift und meine Finger – dazu externe Geräte wie die Powerpoint-Weiter-Klicker oder auch ein Grafiktablett.

Software soviel ich will, denn es ist (fast) alles für dieses Stück Hardware vorhanden: Office von Microsoft, Openoffice u.a., Browser aller Hersteller, alle Arten von Spielen, im Kontext eines Unternehmens ist es genauso einsetzbar wie zuhause, Linux kann ich sogar gleichzeitig nutzen. Apps gibt es jetzt auch und es werden immer mehr. Das Problem mit den Formaten gibt es manchmal, kann aber meistens gelöst werden (mal besser, mal schlechter, aber es geht).

Ich kann zuhause oder im Büro mit Netzwerkkabel oder W-Lan arbeiten und im Zug mobil mit dem Telekom-Hotspot oder mit der integrierten SIM-Karte. Wenn ich den Monitor drehe und nach hinten klappe, dann kann ich es als “Tablett” benutzen, was ich vor allem auf Konferenzen zusammen mit OneNote sehr gerne tue. Und Strom kann es auch ausreichend lang speichern, obwohl es manchmal schon sehr hungrig ist. Außerdem kann ich USB-Sticks und Speicherkarten in den entsprechenden Slot stecken. Eine externe Festplatte oder ein Brenner kann auch eingesetzt werden. Ja, es ist ein wenig schwerer, dafür griffig und stabil.

Ja, Windows 8 für PC/Notebooks mag noch nicht ganz fertig sein und wahrscheinlich wird erst Windows 9 das ultimative Touch-Feeling durch alle Programme hindurch haben. Ich habe mich jedoch an diese beiden Welten innerhalb eines Betriebssystems sehr schnell gewöhnt: Meistens arbeite ich weiter im klassischen Windows (hoffentlich schaltet Microsoft den Start-Button wieder frei – garantiert ein toller Vorschlag von irgendeinem Marketing-Fuzzy das Ding weg zu machen ). Immer häufiger wechsle ich in den App-Modus. Da gibt es einige Apps, die sich sehr gut bedienen lassen oder auch richtig Spaß machen (Freshpaint, Kindle, Skype usw.). Außerdem muss man bereit sein, in der gewohnten Windows Welt sich auf neue Denkweisen in der Windows 8 App Welt einzulassen. Zum Beispiel die Suche nach Informationen ist hier einfach anders gelöst.

Und ein paar Dinge mache ich auch mit Ubuntu oder Windows XP in meiner VirtualBox. Fragt nicht warum, es gibt Dinge, an denen hänge ich nun einmal.

Mein Fazit: Ich habe ein mobiles Arbeitsgerät, das die bewährte “alte” Welt vielfältig bereithält. Außerdem ermöglicht es mir auch die Arbeit in der neuen App-Welt mit Finger und Stift. Je nachdem, was ich gerade brauche.

 

 

 

 

Oktober 4, 2012

Umgang mit dem Tod im Internet

Im Zusammenhang mit dem Tod von Dirk Bach sind mir einige Dinge gegen den Strich gelaufen, die es sicherlich schon seit geraumer Zeit so gibt, aber jetzt so komprimiert sichtbar werden.

  • drück “gefällt mir” wenn du dein Bedauern ausdrückst. (dabei glaube ich noch nicht mal, dass das wegen der Verbesserung des Ranking erfolgte, sondern einfach nur schnell erfolgte und hirnlos war)
  • die locker flockige OBI Werbung auf Bild.de (Es wird das graue Bild von Dirk Bach angezeigt, dieses fliegt elegant heraus und hervor springen ein paar orange farbene Hupfdohlen mit ihren Wedelpuscheln. Diese werden wieder ausgeblendet und dann  tauchen die Damen hüpfend wieder links und rechts vom Trauerbild auf -> Das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Quotenbringern und Konsumenten). Dass da keiner der verantwortlichen bei OBI (bei Bild wird das keiner machen) sofort die Reißleine gezogen hat und die Werbung entfernt hat.
  • diese Nazi-Seite mit dem Drecksbeitrag und dem großen Erfolg den sie damit erreicht habe. Min. 99 von 100 Lesern verabscheuen diesen Text und verteilen ihn ganz kräftig. Wer wünscht sich nicht so einen großen Erfolg mit seinen Beiträgen.
  • Auf msn.de die künstlich auf Trauer gemachte Seite mit den aus dem Internet oder sonst wo geklauten Statements der Betroffenheit der deutschen Berühmtheiten (A-,B- und C-Promis), kurz nachdem die Nachricht seines Todes verbreitet wurde. Und die dazu vom Prakti herausgesuchten Bilder von irgendwelchen lustigen Ereignissen vergangener Tage und den darauf fröhlich herein blickenden Gesichtern. Hauptsache schnell, schnell, schnell.
  • und sicherlich noch vieles mehr . . .

Es wird soviel über die Gefahren des Internets und der Social Media Netzwerke geschrieben und verbreitet: Schützt die Jugend, Schützt eure Daten, Schützt die Gesellschaft usw. Aber wer schützt uns vor soviel Hirnlosigkeit.

Wir gehen respektvoll bei einer Beerdingung zu den Hinterbliebenen! Wir schreiben eine kurze Karte! Wir tragen uns in Kondolenzbücher ein! Wir halten inne, um an den/die Verstoberne/n zu gedenken.

Und wir werden hoffentlich auch bald nicht mehr “gefällt mir” drücken, um unser Beileid auszudrücken.